Allem Druck daheim stand gehalten: 30-Jährige heute Zweite im Weltcup-Einzel von Ruhpolding

Der Traum geht weiter: Franzi Preuß aus Albaching hat am heutigen Donnerstag-Nachmittag einen zweiten Platz im Weltcup-Einzel von Ruhpolding, ihrem Zuhause, geschafft. Über das ganze Gesicht strahlte die 30-Jährige vom SC Haag beim ARD-Interview neben ihrem Freund Simon Schempp stehend. Hatte sie doch dem enormen Erwartungs-Druck als Gesamtweltcup-Führende vor so lauter, heimischer Kulisse nervenstark standgehalten. Im so anspruchsvollen 15-Kilometer-Einzel-Rennen mit vier Schießeinlagen.

Völlig erschöpft lag die Franzi erst im Zielraum, bevor sie dann dem jubelnden Publikum im Stadion lachend zuwinkte – und die Fans sangen „Oh wie ist das schön“ … Eine herausragende Saison bislang von ihr mit dem siebten Stockerl-Platz bereits.

Trotz einer Strafminute – ein Fehler beim ersten Stehendanschlag, weil sie, wie sie später erzählte, genau da den Stadionsprecher mit ihrem Namen und dem Schießstand 16 vernommen hatte und zu früh abgedrückt hatte – war sie am Ende nur mehr 36 Sekunden hinter der Siegerin Lou Jeanmonnot aus Frankreich. Denn bei genau gleichstarker Laufleistung hatte die Franzi bei allen vier Schießeinlagen durch ihre Schnelligkeit dort Zeit aufgeholt.

Nun liegt die Albachingerin noch 101 Punkte vor der Französin im Gesamtweltcup und darf somit auch am Sonntag beim Massenstart der 30 aktuell besten Biathletinnen der Welt das „gelbe Trikot“ tragen und von der ersten Reihe aus ins Rennen gehen.

Nie habe sie zu träumen gewagt, einmal daheim in diesem „gelben Trikot“ starten zu dürfen. Sie genieße das bei jedem Rennen sehr, auch wenn es natürlich Druck ausübe.

Bei einer ARD-Umfrage heute stimmten 74 Prozent des Millionen-Publikums an den TV-Geräten für die Franzi als Gesamtsiegerin am Ende. Das schmeichelte ihr, als sie es vom Kommentator erfuhr. „Wenn man die Umfrage in Frankreich macht, schaut’s genau andersrum aus wahrscheinlich“, nahm sie diese hohen Erwartungen von Sport-Deutschland mit Humor und einem strahlenden Lächeln.

Ein Felsbrocken sei von ihr abgefallen, dass heute alles so gut geklappt habe – nach dem Durchhänger zuletzt beim Weltcup in Oberhof (wir berichteten). Nun steht am kommenden Samstag um 14.20 Uhr die Frauen-Staffel an und die Franzi wird wohl die Schlussläuferin sein …