Im 40. Jahr seines Bestehens präsentiert der Wasserburger Chor die „Johannes-Passion“ von Bach

Vor 40 Jahren hat Angelica Heder-Loosli den Bach-Chor gegründet und immer wieder herausragende Konzerte mit den Sängerinnen und Sängern auf die Bühne gebracht. Im Jubiläumsjahr sollen es nun zwei große Konzerte werden, das erste am Karfreitag, den 18. April, um 19 Uhr im Wasserburger Rathaussaal. Das zweite große Konzert soll dann als Jubiläumskonzert unter dem Motto „Soli Deo Gloria“ am 22. November zur Aufführung gebracht werden.

Der Evangelist Johannes wäre heute wohl auch ein guter Drehbuchautor. Seine Schilderungen der Passion Jesu enthalten nämlich alles, was man für einen guten dramatischen Film braucht: Verrat, Feigheit, Erpressung, Gewalt, ein unfairer Prozess, ein wütender Mob und natürlich die tragische Hauptfigur, der der Tod droht.

Diese Schilderung der Passion Jesu hat auch Johann Sebastian Bach inspiriert, der seinerzeit als Kantor in der Leipziger Thomaskirche wirkte. Bach erweckt mit seiner Musik sehr anschaulich und unmittelbar die Szenen vor dem inneren Auge. Was wir heute als unübertroffenes Meisterwerk bezeichnen, war für die Leipziger Obrigkeit zu krass. Man empfand derartige Theatralik in einem Gottesdienst als unpassend. Doch Bach wollte gar nicht provozieren, im Gegenteil. Er gab sein Bestes, um seine Zuhörer das Berührende dieser Geschichte spüren zu lassen.

Die Darstellung der dramatischen Passionserzählung verkörpern Steffen Kruse als Evangelist, Niklas Mallmann als Jesus. Beide Sänger übernehmen auch die Arien, in denen die individuelle Menschen-Seele das Geschehen ganz für sich persönlich reflektiert, sowie Roswitha Schmelzl, Sopran und Dominika Hirschler, Alt.

Dem Chor wächst in diesem geistlichen Drama eine Doppelrolle zu: zum einen stellt er die aufgehetzte Menge der Juden dar, die den Tod des unbequemen Aufrührers unbedingt durchsetzten will und sich dabei hinter Recht und Ordnung scheinheilig versteckt – und zum anderen verkörpert er die Gemeinschaft der betroffenen Gläubigen, die den Leidensweg Jesu begleitet und ihn als den ureigensten begreift. Im Mitteilen der Erkenntnisse bekennen sich die Menschen ganz zu ihrem tiefen Glauben, der jeden einzelnen von allem Leid erlöst und ins wahrhaftige Gottvertrauen führen kann.

So ist es für alle Sängerinnen und Sänger, sowie das Bach-Collegium Wasserburg unter der Leitung von Angelica Heder-Loosli eine ergreifende Herausforderung, die Zuhörer mit Bachs eindringlicher und wunderbarer Musik auf diesen Weg mitzunehmen.

Karten gibt es im Vorverkauf bei der Buchhandlung Herzog im Wasserburg, Salzsenderzeile 10, online unter www.wasserburger-bach-chor/konzerte zu 28 Euro, ermäßigt 18 Euro, sowie an der Abendkasse zu 30 Euro, ermäßigt 20 Euro.